Übung 27.04.2015

Am vergangenen Montagabend traf sich die Einsatzabteilung der Feuerwehr Butzbach –Kernstadt zu ihrer turnusmäßigen Ausbildung. Auf dem Programm stand:

„Technische Hilfeleistung Verkehrsunfall“

Von den TH Ausbildern Stefan Sohn und Andreas Litwin wurden verschiedene Übungsszenarien ausgearbeitet. Im Vordergrund stand die patientenorientierte Rettung aus PKW.
Zum Üben war ein Schrottfahrzeug auf dem Hof der Feuerwache zur Verfügung gestellt worden.

Die erste angenommene Lage war ein verunglückter PKW mit einer Person, bei der Verdacht auf eine isolierte Wirbelsäulenverletzung bestand. Nachdem der PKW gesichert war, wurde die verletzte Person durch die Kofferraumklappe auf ein Spineboard gelagert und anschließend achsengerecht nach hinten heraus gerettet.

Für das zweite Szenario wurde der Pkw auf das Dach gedreht. Auch hier wurde nochmals die sichere Rettung mit dem Spineboard durch die Kofferraumöffnung geübt.

Im dritten Szenario lag das Auto auf der Seite. Diese Übung wurde unter Einsatzbedingungen durchgeführt. Aus dem Fahrzeug galt es eine eingeklemmte verletzte Person zu Retten.
Nach einer Umfangreichen Erkundung wurde das Fahrzeug stabilisiert und gesichert.
Dazu wurde es unterbaut und mittels Stab-Fast System gegen Umkippen gesichert.
Parallel dazu erfolgten das Glasmanagement, der Brandschutz und die Versorgung/Betreuung der verletzten Person. Anschließend wurde die Person aus ihrer Lage befreit und durch eine vorher geschaffene Rettungsöffnung aus dem Fahrzeug gerettet.

Im Anschluss wurde nochmal das Öffnen einer Tür bei einem auf der Seite liegenden Fahrzeug besprochen und geübt. Dabei wurde hydraulisches Rettungsgerät von der auf dem HLF mitgeführten LKW- Rettungsplattform vorgenommen und verschiedene Ansatzpunkte an der Karosserie für das Spreizen ausprobiert.

Bei der Patientenorientierten Rettung kann man grundlegend in drei Stufen unterscheiden:

Sofortrettung: (Crashrettung): Hierbei geht es darum den Patienten so schnell wie möglich aus dem Fahrzeug zu retten, auch wenn dabei vielleicht weitere Verletzungen für den Patienten riskiert werden müssen. Steht der PKW in Flammen bzw. droht er abzustürzen, oder fehlen die Vitalfunktionen des Patienten, bleibt zur schonenden Rettung keine Zeit; der Patient muss dann so schnell wie möglich gerettet werden, um sein Leben zu erhalten.

Schnelle Rettung: Bei der schnellen Rettung, die in den meisten Fällen angewendet wird, erfolgen genau auf den Zustand des Patienten zugeschnittene Rettungsmaßnahmen, die in Zusammenarbeit zwischen Notarzt und Leiter der technischen Rettung (Feuerwehr) festgelegt werden.

Schonende Rettung: bei der schonenden Rettung werden noch einmal weitere Maßnahmen hinzugefügt und vorsichtiger gearbeitet, um die möglicherweise verletzte Wirbelsäule möglichst wenig zu bewegen. Diese Methode wird aber nur bei alleinigen Verletzungen der Extremitäten und der Wirbelsäule angewendet, wenn keine lebensbedrohlichen Verletzungen vorliegen. Es wird deshalb aber nicht langsam gearbeitet.

Patientenorientierte Rettung bedeutet also, dass die nötigen Rettungsmaßnahmen immer auf den Gesundheitszustand des Patienten angepasst werden. Daher ist auch eine Sofortrettung patientenorientiert, obwohl weitere Verletzungen des Patienten in Kauf genommen werden.
Es gilt der Grundsatz: „So schnell wie nötig, so schonend wie möglich“

2015_04_27_Übung THVU (58) 2015_04_27_Übung THVU (47) 2015_04_27_Übung THVU (44) 2015_04_27_Übung THVU (29) 2015_04_27_Übung THVU (1)