Jahreshauptversammlung der Kernstadtwehr

145 abgearbeitete Einsätze – mehrere Ehrenamtliche befördert

BUTZBACH Die Einsatzabteilung und der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Kernstadt Butzbach blickten am vergangenen Freitag auf das abgelaufene Jahr zurück. Für die Butzbacher Brandschützer war 2019 wieder ein gut gefülltes Einsatzjahr. 145 Einsätze galt es abzuarbeiten. Im Zeitraum Januar – Dezember 2018 waren es 170 Einsätze.

Zu der Versammlung konnten durch den Vorsitzenden Ralf Kaufmann – Schmalz neben Bürgermeister Michael Merle, die Stadtverordneten Dieter Söhngen und Wolfgang Scriba, Ortsvorsteherin Astrid Gerum, Michael Tiedemann und Rainer Hachenburger vom Vereinsring Stadt Butzbach, die Stadtbrandinspektoren Christian Veitenhansl und Andreas Litwin, eine Abordnung vom Feuerwehrverein Butzbach mit dem neuen Vorsitzenden Karl – Adolf Wahl an deren Spitze sowie die Mitglieder vom Förderverein und der Einsatzabteilung begrüßen.

Zu Beginn der Versammlung wurde den verstorbenen Mitgliedern gedacht.

Vor den Berichten wurden einige Mitglieder der Einsatzabteilung befördert. Neben Paul Stangl, wurden Paul Bingel, Dennis Arendt und Marko Bliemel zu Feuerwehrmännern ernannt. Friedemann Nass erhielt die Beförderung zum Löschmeister und Christian Sohn nahm die Beförderung Oberlöschmeister entgegen.

Wehrführer Stefan Sohn berichtete für die Einsatzabteilung, dass es abermals ein abwechslungsreiches Jahr war. Wie Sohn ausführte, wurden alle großen und kleinen Probleme in die richtigen Bahnen gelenkt. Es mussten personelle Veränderungen vorgenommen werden. Dennoch kann man feststellen, dass auf die Kernstadtfeuerwehr auch in Zukunft Verlass ist. Die Einsatzabteilung wurde zu 145 Einsätzen alarmiert. Gegenüber dem Vorjahr 2018 war das ein Rückgang von 25 Alarmierungen. Die Einsätze gliederten sich in 56 Brandeinsätze, 59 Hilfeleistungen und 30 Fehlalarmierungen. 21 Personen konnten unmittelbar durch die Feuerwehr gerettet werden, jedoch kam für zwei Menschen jede Hilfe zu spät. In seinem Bericht erwähnte Wehrführer auch jenen Einsatz am 03. Oktober als es auf der A 45 bei Münzenberg zu einem schweren Unfall mit einem Sattelzug kam, der dabei eine Böschung hinabstürzte. Der Einsatzleiter vom Dienst (EvD) hatte die komplexe Einsatzsituation schnell erfasst und konnte die anrückenden Kräfte umgehend auf die Abschnitte Autobahn bzw. Feldgemarkung Münzenberg einteilen. Durch schnelles Handeln konnte der LKW-Fahrer zügig befreit werden. Während dieses Einsatzes kam es jedoch zu einem Zwischenfall. Dabei fuhr ein PKW in die abgesicherte Einsatzstelle. Hier ist es aber glücklicherweise bei einem Sachschaden geblieben. Neben den zeitlich unplanmäßigen Einsätzen wurden auch planmäßige Brandwachen durchgeführt. Im Berichtsjahr waren es 13 Brandwachen mit einem Zeitaufwand von 137 Stunden. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine erhebliche Verbesserung. Durch Anwendung bestehender Gesetze konnte die Notwendigkeit von Brandwachen auf ein Minimum reduziert werden. Dies führte zu einer erheblichen Entlastung der Einsatzabteilung Butzbach-Kernstadt. Auch der Übungsdienst war im Jahr 2019 ein großer Bestandteil für eine funktionierende Feuerwehr. Hierfür wurden insgesamt 1432 Stunden aufgewendet. Darüber hinaus hatten die ehrenamtlichen Brandschützer an regionalen und überregionalen Lehrgängen mit Erfolg teilgenommen. Die Kernstadt-Feuerwehr kann derzeit auf einen Fuhrpark von 12 Fahrzeugen zurückgreifen. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge beträgt 11,5 Jahre. Der Gerätewagen – Gefahrgut ist dabei das älteste Fahrzeug und feierte bereits seinen 30.Geburtstag. Eine Ersatzbeschaffung ist allerdings bei den städtischen Gremien in die Wege geleitet. Wie der Wehrführer dazu anmerkte, kann ein Austausch von diesem Fahrzeug vermutlich Anfang 2022 erfolgen. Die Ausstattung ist dennoch als sehr gut zu bezeichnen, was benötigt wird, wurde seitens der Stadt immer beschafft. Der Einsatzabteilung gehörten zum Jahresende 51 ehrenamtliche Kräfte an. Darunter 20 taugliche Atemschutzgeräteträger. Auf den ersten Blick, so Wehrführer Stefan Sohn, sind das erstmal beruhigende Zahlen. Allerdings benötige die Kernstadt-Feuerwehr erheblich mehr Mitglieder. Diese müssten aus der Kernstadt kommen, um kürzere Ausrückezeiten zu ermöglichen, denn ohne eine sichere Mannschaftsstärke bringen auch die schönsten Fahrzeuge nichts. Die heimische Bevölkerung verlässt sich auf den Inhalt der roten Fahrzeuge. Daher ist eine kontinuierliche Mitgliederwerbung unabdingbar. Der Außenbereich vom Feuerwehrstützpunkt wurde im letzten Jahr einer grundlegenden Sanierung unterzogen. Die Fläche wurde bis hin zum vorbeiführenden Bachlauf asphaltiert. Weitere Gebäudesanierungsmaßnahmen sind seitens der Stadt Butzbach und den Stadtbrandinspektoren in Aussicht gestellt. Das Gebäude feiert in diesem Jahr den 40. Geburtstag.  Im Frühjahr dieses Jahres steht die Auslieferung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges – Wasser (TSF-W) an.  Es wird primär als Ersatzfahrzeug für die Stadt Butzbach eingesetzt werden. Allerdings stehe damit auch seit langem wieder mal ein Fahrzeug für die Jugendfeuerwehr für Ausbildungszwecke zur Verfügung. Eine Ersatzbeschaffung für den Gerätewagen – Gefahrgut sollte im Sommer auf den Weg gebracht werden. Der Förderverein beabsichtigt das Mannschaftstransportfahrzeug zu ersetzen. Zum Ende seiner Ausführung dankte Wehrführer Stefan Sohn allen, welche die Einsatzabteilung unterstützt haben, allen voran den Familien der Einsatzkräfte. Auch den städtischen Gremien mit Bürgermeister Michael Merle an der Spitze wurde gedankt. Den Stadtbrandinspektoren Christian Veitenhansl und Andreas Litwin für das stetige zuarbeiten. Einen besonderen Dank wurde an die Einsatzkräfte gerichtet, die stets auf die Fahrzeuge aufspringen und somit zu verlässliches und professionelles Auftreten ermöglichen. Dem Förderverein mit seinem Vorsitzenden Ralf Kaufmann – Schmalz wurde ebenso für die anhaltende Unterstützung gedankt.

Jugendwart Sascha Eiteneuer berichtete von einem abwechslungsreichen Jahr beim Nachwuchsbrandschutz. So wurde im Mai 2019 an einem Festumzug und einem sportlichen Wettbewerb 50 Jahre Jugendfeuerwehr Ober Mörlen teilgenommen. Der alte Jugendraum wurde wieder bezogen. Personelle Veränderungen gab es im Bereich der Jugendfeuerwehr. Der seitherige Jugendwart Andreas Arendt hatte dieses Amt zur Verfügung gestellt, es wurde von Sascha Eiteneuer übernommen. An einem Zeltlager in Nidda hatte die Butzbacher Jugendfeuerwehr teilgenommen als auch an den Stadtmeisterschaften in Münster, wo der 5. Platz belegt wurde. Zum Jahresende zählte die Jugendfeuerwehr 18 Mitglieder. Einen Dank richtete der Jugendwart an die Mitglieder der Nachwuchsabteilung die im Berichtszeitraum gut mitgearbeitet hatten, dem Ausbilderteam, ohne deren Mitarbeit eine gute Ausbildung nicht möglich gewesen wäre, dem Förderverein für die finanzielle Unterstützung und den Unterstützern der Einsatzabteilung.

Von der Minifeuerwehr kann an dieser Stelle nicht berichtet werden, da die Minifeuerwehrwartin zu Beginn der Versammlung nicht anwesend war und auch keinen Vertreter ernannt hatte, welche den Bericht verlesen hätte sollen.

Vorsitzender Ralf Kaufmann-Schmalz hatte aus Sicht des Fördervereins das Jahr Revue passieren lassen. An verschiedenen Versammlungen nahm der Vorstand mit Abordnungen teil. Zudem hatte der Förderverein satzungsgemäß die Arbeit der Einsatzabteilung und Jugendfeuerwehr unterstützt. Darüber überbrachte der Vorstand zu verschiedenen Anlässen die Glückwünsche. Der Förderverein und der Mithilfe der Einsatzabteilung zeigten sich verantwortlich für die Bewirtung bei letztjährigem Grundlehrgang. Das Oldtimertreffen konnte nach 2018 zum zweiten Mal in die ehemalige Hessentagsstadt geholt werden und war durch einen guten Zuspruch bereichert worden. Die weiteste Anreise hatte Frank Müller vom Feuerwehrmuseum Bayern in Waldkraiburg, der in einem Vortrag über dessen Arbeit berichtete.

Das Team „Hansemil“ kümmert sich um den Fortbestand des ehemaligen Tanklöschfahrzeug TLF 16 und war mit nahm mit diesem im Berichtsjahr an unzähligen Veranstaltungen in fast ganz Hessen teil. Auch an besonderen Anlässen wie Hochzeitsfahrten in einem Feuerwehr-Oldtimer  wird dieses gerne gebucht. Wie bereits im Bericht in 2018 angeklungen ist, erhält das Team Hansemil für die Öffentlichkeitsarbeit keine finanziellen Zuwendungen oder Aufwandsentschädigungen. Auch musste der Feuerwehr-Oldtimer im Berichtsjahr aus Platzgründen einige Male den oberen Teil der Stützpunktgaragen verlassen und in eine andere Halle untergestellt werden. Highlight im Berichtsjahr war erneut das Oldtimertreffen das abermals viele Freunde historischer Feuerwehrfahrzeuge, darunter auch Rolf Schamberger vom Deutschen Feuerwehrmuseum in Fulda nach Butzbach lockte. Einen Dank richtete Wolfgang Bergens an die Helfer, welche das Team Hansemil bei den Auf – und Abbauarbeiten vom Abschlusstreffen hatten, unterstützt. Dankende Worte wurden an Herrn Löffler und deren Mitarbeiter von der Firma Naxos gerichtet, die einen Einblick in die Firma gewährten, an die hauptamtlichen Gerätewarte bei der Feuerwehr Butzbach für manchen technischen Rat oder gar wertvollen Ratschlag im Jahresverlauf. Am Ende seiner Ausführung gewährte Wolfgang Bergens einen Ausblick für bereits fest zugesagte Termine in angelaufenem Jahr. 

Kassenwartin Christiane Schmalz informierte über die finanziellen Belange. Die von Volker Schnell und Benjamin Kindervater als Kassenprüfer vorgelegte Arbeit der Kassenwartin gab es keinerlei Beanstandungen. Zum neuen Kassenprüfer entschieden sich die Versammlungsteilnehmer für Uwe Holländer, Volker Schnell schied nach 2 jähriger Tätigkeit aus.

Die eingegangenen Anträge wurden vorgetragen und in der Versammlung diskutiert.

In seiner Grußadresse stellte Rathauschef Michael Merle fest, dass das Sanierungskonzept eine wichtige Rolle spielt, trotz stets wachsender Baukosten. In Sachen Feuerwehr-Fuhrpark würden städtische Mittel bereitgestellt werden. Der Magistrat stehe hinter den Feuerwehren und wird auch versuchen zu vermitteln, was die Belange u.a. vom Feuerwehr-Oldtimer TLF 16 angeht. Bürgermeister Merle begrüßte es, dass Mitglieder vom Feuerwehrverein anwesend waren, nachdem Mitglieder der Einsatzabteilung bei deren Versammlung anwesend waren (BZ berichtete darüber). Zudem richtete der Rathauschef dankende Worte an das Team Hansemil, die als Botschafter mit dem historischen Feuerwehrfahrzeug hessenweit unterwegs sind und so die Stadt Butzbach repräsentieren. Ortsvorsteherin Astrid Gerum war beeindruckt von dem Video, das von Andrea Bergens zusammengestellt wurde und das Berichtsjahr von Einsätzen und Übungen widerspiegelte. Desweiteren empfahl Ortsvorsteherin Gerum die Nachwuchsarbeit weiter zu verfolgen, dass die Jugendlichen auch Morgen diesen Abteilungen angehören werden. Michael Tiedemann, als Vertreter vom Vereinsring der Stadt Butzbach überbrachte deren Grüße. Als neuer Vorsitzender vom Feuerwehrverein überbrachte Karl Adolf Wahl die Grüße, wünschte der Einsatzabteilung eine stets gesunde Rückkehr von ihren Einsätzen sowie dem Vorstand ein gutes Gelingen ihrer Tätigkeiten. 

Stadtbrandinspektor Christian Veitenhansl sprach in seiner Grußadresse von mehr als 1000 Worten des Dankes, die man aus den Bildern hat erkennen können. Er zollte den Einsatzkräften einen hohen Respekt für deren Arbeit.