Jahreshauptversammlung aller Wehren in Butzbach

Die stetige Herausforderung, was die Arbeitsbelastung des amtierenden Butzbacher Stadtbrandinspektor angeht, hatte in  den vergangenen Jahren u.a. wg. der Diskussionen um den Bedarfs – und Entwicklungsplan (BEP) zugenommen und war eines der Themen während der gemeinsamen Jahreshauptversammlung aller Butzbacher Feuerwehren in der alten Turnhalle in der Kernstadt.

Sowohl SBI Michael Tiedemann, als auch Rathauschef Michael Merle nahmen Stellung zu dieser Thematik. Aber auch eine große Bandbreite an Ehrungen, Beförderungen sowie Auszeichnungen füllten den Abend. Hinzu kamen noch die Berichte der Abteilungen. Als negativ kann angesehen werden, dass lediglich nur zwei Drittel aller Mitglieder aus den Einsatzabteilungen den Weg zu dieser  gemeinsamen Jahreshauptversammlung fanden.

In seinem Bericht wies Michael Tiedemann hin, dass die Zahl der Einsätze um 50 auf insgesamt 166  abgenommen habe. Dennoch sei die Tagesalarmbereitschaft eine ständige Herausforderung, denn es seien nur 99 der in Butzbach arbeitenden Einsatzkräfte tagsüber grundsätzlich von ihrer Arbeitsstätte auch wirklich abkömmlich. Einen Appell richtete SBI Tiedemann vor allem an die Atemschutzgeräteträger mehr Engagement in die Ausbildung zu stecken. Hier könnte eine Aufwandsentschädigung einen Anreiz in dieser Aufgabe sein.

Viele Stunden mussten für die Erstellung des BEP aufgewendet werden, dabei sei viel Porzellan zu Bruch gegangen, so das Fazit von Michael Tiedemann in seinem Bericht. Es sei aber gelungen, die politisch Verantwortlichen  davon zu überzeugen, dass alle ehrenamtlichen Feuerwehren in allen Stadtteilen erhalten werden, was auch letztlich eine gute wirtschaftliche Lösung sein.

An dieser Stelle fügte Michael Tiedemann ein Beispiel ein: für 30 Planstellen hauptberuflicher Feuerwehrkräfte müsste die Stadt 1, 9 Mio. Euro aufwenden und er betonte auch, dass die „Feuerwehr kein Verein sei“. Sie erledige eine kommunale Pflichtaufgabe und alles mit ehrenamtlichem Personal.

Das Amt des Stadtbrandinspektors könne man als einen Fulltime – Job ansehen, gab dieser zu bedenken. Er bleibe ein Verfechter der Ehrenamtlichkeit  dieses Postens, sagte aber, dass er inzwischen wöchentlich einen freien Nachmittag für die Feuerwehr – Arbeit aufwende, denn nur so könne er die Politik unabhängiger beraten.

Wie die Aufgaben der Zukunft, u. a. die Umsetzung des Bedarfsplan, die Digitalisierung des Funks sowie die Qualifizierung des ehrenamtlichen Personals bewältigt werden könne,  mit ihm und seinen beiden Stellvertretern Uwe Holländer und Dr. Stefan Lugert, wisse er noch nicht.

Dem Magistrat empfahl Tiedemann dieser solle beschließen, dass der SBI einmal pro Woche hauptamtlich dieser Tätigkeit nachgehe, dass dem Arbeitgeber die Lohnkosten erstattet werden, wie es bei ähnlichen Regelungen bei den Magistratsmitgliedern gehandhabt wird. Hierzu nahm der Michael Merle Stellung und fügte an, dass sich die Stadt personell anders aufstellen müsse. Auch müsse der zuständige Sachbearbeiter bei der Stadt, Simon Lingenberg künftig mehr Stunden im Bereich der Feuerwehren tätig sein.

Dass die Arbeit beim Thema Feuerwehr „sehr personalintensiv“ ist, sagte Merle im Hinblick auf die Baumaßnahmen wie die Erweiterung des Feuerwehrhauses im Stadtteil  Münster – wobei die örtliche Wehr hier auch einiges an Eigenleistungen einbringe. Der BEP formuliere ehrgeizige Ziele. In Zusammenarbeit mit dem städtischen Dienstleister Butzbacher Wohnungsbaugesellschaft (BWG) handele es sich um einen großen Aufwand  und die Stadt nehme viel Geld  in die Hand. Tiedemanns Arbeit  liege „weit jenseits der normalen Belastung, formulierte Merle.

KBI Otfried Hartmann bedankte sich  wenige Tage vor seiner offiziellen Verabschiedung für die stets gute Zusammenarbeit mit allen Butzbacher Feuerwehren und betonte sie alle hätten „immer einen guten Job gemacht, „stets absolut super“. Im Kreisgebiet, so der scheidende KBI, sei das vergangene Jahr mit ca. 1000 Einsätze relativ ruhig gegenüber 2014 gewesen, weil es auch weniger Unwetter gegeben hatte. KBI Hartmann gab auch zu verstehen, dass die Einführung des Digitalfunks viel Arbeit bereitet habe. Er sei aber guter Dinge, dass das eine oder andere „weiße Loch“  noch gestopft werden kann.

Aus den Nachbarkommunen waren Rockenbergs stellvertretender Gemeindebrandinspektor Alexander Bayer und Münzenbergs Stadtbrandinspektor Alexander Weber der Einladung gefolgt und bedankten sich für die gute Zusammenarbeit.

Christian Veitenhansl, Mitglied der Kernstadtwehr, stellte zum Ende der Versammlung den Gefahrgutzug  vor. Da es sich um eine Einrichtung aller Wehren der Stadt Butzbach  handelt, würde er sich über ein breites Engagement, auch aus den Stadtteilen, freuen.

Feuerwehr – Statistik 2015

  • 347 Mitglieder (- 1 zu 2015) in 14 Einsatzabteilungen, davon 47 weibliche Mitglieder,
  • 166 Einsätze (216 in 2015),
  • davon 45 Brände, 76 Hilfeleistungen, 45 Fehlalarme,
  • 34 Einsatzfahrzeuge, darunter 12 MTW´s, von Feuerwehrvereinen finanziert,
  • Altersdurchschnitt der Fahrzeuge ohne MTW´s  – 15 Jahre.
  • Am 12. Mai ist ein TLF 4000 für die Kernstadtfeuerwehr abholbereit.
  • Eine neue DLK wird voraussichtlich im Sommer 2017 ausgeliefert werden.
  • 265 Einsatzkräfte sind in einem Grundlehrgang qualifiziert,
  • 71 mit Gruppenführer – Qualifikation , 41 Zugführer sowie 9 mit Verbandsführer – Befähigung.
  • 91 von 205 Atemschutzgeräteträgern absolvierten die Atemschutzübungsstrecke in Bad Nauheim

 

Ernennungen, Ehrungen und Auszeichnungen

Eine Vielzahl von Ernennungen, Beförderungen und Auszeichnungen gab es im Verlauf der gemeinsamen Jahreshauptversammlungen aller Butzbacher Feuerwehren.

 

Eine besondere Auszeichnung nahm Ekkehard Kammer (Bodenrod) entgegen. Er wurde von  KBI Otfried Hartmann, SBI Michael Tiedemann sowie Bürgermeister Michael Merle mit dem Feuerwehr – Ehrenkreuz in  Bronze für seine Verdienste bedacht.

 

Anerkennungsprämien für langjährige Aktive für 10 Jahre Feuerwehrdienst  nahmen Ragna Langer (Münster), Florian Zorn  (Bodenrod), Norman Schneider (Ostheim), Oliver Häuser (Hoch Weisel) und Alexander Weigel (Ebersgöns) entgegen.

 

Für 20 Jahre Dienst nahmen Martin Geretschläger (Hoch Weisel), Sven Bieker, Rene Penczynski (beide Pohl Göns), Hans  Martin Stöckel (Bodenrod), Thorsten Lauterbach (Kernstadt), Jens Habermehl, Michael Weide, Thomas Weppler (alle Griedel), Nils Ley, Heiko Habermann (beide Nieder Weisel) und Stefan Lugert (Ebersgöns) entgegen.

 

Seit 30 Jahren aktiv sind Thomas Morkel, Achim Nern (beide Pohl Göns), Gerd Becker, Bärbel Geretschläger (beide Hoch Weisel), Michael Rensch (Kernstadt / Fauerbach), Anja Podhorny  (Kernstadt / Nieder Weisel), hierfür gab es ebenfalls eine Anerkennungsprämie.

 

Für 4 Jahrzehnte Dienst nahmen Prämien entgegen Gerhard Dommes (Nieder Weisel), Klaus Ulrich Sommerlad, Heinz Peter Zorn (beide Ostheim) sowie Herwig Seipel (Fauerbach) entgegen. Die Urkunden wurden durch SBI Michael Tiedemann und Bürgermeister Michael Merle ausgehändigt.

 

Neuer Oberlöschmeister und 3 Brandmeister. Befördert wurden Florian Zorn (Bodenrod) zum Oberlöschmeister sowie Benjamin Heinelt (Griedel), Martin Geretschläger (Hoch Weisel) und Frank Hofmann (Maibach) nahmen die jeweiligen Beförderungsurkunden zum Brandmeister von SBI Michael Tiedemann, Bürgermeister Merle gratulierte ebenso.

 

Aus dem Feuerwehraufgaben entlassen  wurden Ralf Werner (stellvertretender Wehrführer, Fauerbach, Manuela Schneider (2. stellvertretende Wehrführerin, Fauerbach) und Ekkehard Kammer (stellvertretender Wehrführer, Bodenrod).

 

Eine besondere Ehrung, denn das Brandschutzehrenzeichen am Bande in Gold „50“ nahm Norbert Diehl (Hoch Weisel) entgegen. Das Brandschutzehrenzeichen in Gold erhielten Bernhard Möckel (Kernstadt) und Burkhard Weisel (Pohl Göns), Brandschutzehrenzeichen am Bande in Silber erhielten Christoph Hengst (Griedel), Björn Bieker, Stefan Löschhorn, Rene Penczynski (alle Pohl Göns), Bernd Dämon (Hoch Weisel), Nils Ley (Nieder Weisel), Andreas Litwin (Kernstadt) sowie Volker Schnell (Ostheim).

 

Ernennungen ausgesprochen wurden an: Stephan Steiner (2. Stellvertretender Wehrführer, Kirch Göns), Sebastian Nitsche (stellvertretender Wehrführer, Kirch Göns), Christian Sohn (Wehrführer Hausen Oes, bisher nur kommissarisch), Sebastian Rees (Maibach, stellvertretender Wehrführer, bisher nur kommissarisch), Florian Zorn (Bodenrod, Wehrführer, bisher nur kommissarisch), Andreas Lichtentäler (Fauerbach, Wehrführer kommissarisch) und Florian Wendland (Hoch Weisel, stellevertretender Wehrführer).

 

Verdienste um die Jugendfeuerwehr gewürdigt

Mit der Floriansmedaille in  Bronze wurden Martin Langer (Münster) und Dr. Stefan Lugert (Ebersgöns) bedacht. Die Auszeichnung nahmen beide entgegen für ihre Verdienste als Wertungsrichter  bei Jugendwettkämpfen (Stadtmeisterschaften). Die Laudatio hierfür sprach der stellvertretende Stadtjugendwart Marcel Reusch, SBI Tiedemann und Bürgermeister Merle gratulierten zur Auszeichnung.

 

Im Impfstoff unterstützt

Dem Apotheker Joachim Fink wurde das Förderschild der Feuerwehr ausgehändigt, weil dieser u. a. den Impfstoff gegen Hepatitis im Wert von 1900 €  zur Verfügung stellte.

 

Firma Solarski als Feuerwehr Partner

Das Karosseriebau Unternehmen Thorsten Solarski wurde das Förderschild der Feuerwehr für besondere Unterstützung verliehen.

Vom Kind bis zum altgedienten Feuerwehrmann

Neben dem Bericht von SBI Michael Tiedemann, standen auch die Berichte der Jugend, der Brandschutzerziehung  und der musikalischen Abteilung auf der Tagesordnung.

Die neuformierte Feuerwehrmusik aus Feuerwehrkapelle Butzbach und dem Musikzug Kirch Göns unter der Leitung von Frank Mader, eröffnete die gemeinsame  Jahreshauptversammlung musikalisch.

Aus dem Bericht von Hans Peter Tiedemann war zu entnehmen, dass die Butzbacher Feuerwehrmusiker 40 Auftritte absolvierten. 114 Aktive, darunter zwei Nachwuchskräfte sind in den Reihen der Feuerwehrmusiker zu finden. Dies sind in Kirch Göns (18), Fanfarenzug Kirch Göns (28), Philippseck  (8), Feuerwehrkapelle Butzbach (21), Spielleuteorchester Pohl Göns (24), Spielmannszug Pohl Göns (13).

Verzichtet wurde auf den Zuschuss der Stadt Butzbach in Höhe von 3600 €, wg. den Haushaltseinsparungen. Beim Musikzug Philippseck sucht man nach neuen Musikern, weil dieser musiktreibende Verein derzeit nicht spielfähig ist.

Für die Brandschutzerziehung berichtete Manuela Schneider. Wie die engagierte Feuerwehrfrau berichtete, sei die  Nachfrage zu diesem Thema deutlich gesunken. So hatte Manuela Schneider in acht Gruppen in 4 Kindergärten in 2015 über die Gefahren des Feuers informiert. Sie erhoffe sich aber, dass zwischen dem Kultusministerium und den Feuerwehren in diesem Bereich der Prävention wieder mehr in den Schulunterricht einbezogen wird.

10 Gruppen mit 77 Kinder von 16 Betreuern angeleitet gibt es derzeit innerhalb der Stadt Butzbach, wie Marcel Reusch stellvertretend für den Stadtjugendwart Benjamin Grieß. Brandschutzerziehung stand im Mittelpunkt der Arbeit. Zudem treffen sich die Kindergruppenwarte regelmäßig zum Erfahrungsaustausch.

Im Bereich der Jugendfeuerwehren sind 127 Jugendliche, davon 51 Mädchen in elf Jugendfeuerwehren der Stadt organisiert. Elf Jugendwarte und eine Vielzahl von Betreuern seien in Lehrgängen, Seminaren und weiteren Qualifizierungen und Freizeitaktivitäten dabei. Neben dem Stadtpokal und der Abnahme der Jugendflamme Stufe I und II standen die Leistungsspange zum Programm.

Im Stadtteil Bodenrod werden in diesem Jahr am 11. Juni die Stadtmeisterschaften ausgetragen. Ein Sponsorenlauf wird es am 15. Mai geben, hierzu hat die Jugendfeuerwehr  Bodenrod,  zugunsten des Vereins Herzenswünsche  eingeladen.

Als echten Feuerwehroldie kann man Dieter Binzer nennen, dieser vertat die Feuerwehrsenioren. Mit seiner Aussage „Ich versteh das nicht“ ging er dabei auf die Ölbelastung des neu zu bauenden Feuerwehrhauses in Kirch Göns ein und erhielt dafür viel Applaus.

Denn er ist seit 65 Jahren in dieser Gegend beheimatet. In den 70 er Jahren seien beim Betanken auch Behälter übergelaufen, darüber Gedanken gemacht habe sich niemand mehr. Und auch ein Biobauer hatte diese Ackerfläche benutzt und seine Ernte verkauft. „Aber für eine Fahrzeughalle, die noch nicht einmal in die Erde gebaut ist, sind die Werte einfach zu hoch“, sprach Dieter Binzer mit Verwunderung aus.

Der Obmann der Ehren – und Altersabteilung wies darauf hin, dass Feuerwehr – Angehörige über das 65. bis spätestens 70. Lebensjahr nach einem Schreiben des Innenministerium Feuerwehraufgaben  wahrnehmen dürften, nur nicht im Einsatzdienst. Hierbei sind die Betreffenden zwischen Land, Feuerwehrverband sowie der Unfallkasse während ihrer Tätigkeit versichert. In mehreren Betätigungsfeldern können sich die erfahrenen Feuerwehrleute engagieren. Er nannte an dieser Stelle den Bereich Medien und Pressearbeit, Brandschutzerziehung,  Gerätewartung usw., nur eben außerhalb der Einsatztätigkeit.

Text und Bilder: Eckart Zöller, FF Butzbach