Freiwillige Feuerwehr der Stadt Butzbach

300 Mitglieder in 13 Einsatzabteilungen leisteten über 4500 Stunden ehrenamtlichen Dienst

Eigentlich sollte die gemeinsame Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Butzbach in diesem Jahr bereits der Vergangenheit angehören. Aber die Corona-Pandemie machte den Verantwortlichen bei der Durchführung bisher einen dicken Strich durch die Rechnung und so fand die Versammlung jetzt erst statt.

Am Freitagabend hatten sich hierzu in einem kleineren Rahmen als sonst üblich einige Mitglieder aus den Reihen der Butzbacher Feuerwehr eingefunden. Die anstehenden Ehrungen für langjährige Verdienste im ehrenamtlichen Brandschutz sowie die Beförderungen wurden kontaktlos durchgeführt. Auch wurden keine Gäste eingeladen, zudem gab es keine Verpflegung und auch die musikalische Begleitung fiel aufgrund des kleinen Rahmens aus.

Eröffnet wurde die Versammlung durch den amtierenden Stadtbrandinspektor Christian Veitenhansl, der lediglich Bürgermeister Michael Merle und Kreisbrandmeister Matthias Meffert (Bad Vilbel), sowie die anwesenden Mitglieder aus den Einsatzabteilungen willkommen hieß.

Erwähnt hatte der Stadtbrandinspektor, dass die Jahreshauptversammlung durch das Team „PuMa“ (Presse- und Medienarbeit) aufgezeichnet wird und zeitversetzt im Stream angeschaut werden kann.

Den Opfern von Brand – und Naturkatastrophen, sowie den verstorbenen ehemaligen Mitgliedern aus den Reihen der Butzbacher Wehr wurde im TOP „Totenehrung“ gedacht.

In seinem Tätigkeitsbericht verwies Veitenhansl darauf, dass zum Jahresende 300 aktive Mitglieder – davon 43 weibliche und 257 in Reihen der Feuerwehr Butzbach zu finden sind. Im Bereich der Ausbildung haben 253 Einsatzkräfte einen Grundlehrgang (Quote 84 %), 121 einen Truppführer (40%), 78 einen Gruppenführerlehrgang (26%), 43 den Zugführerlehrgang (14%), sowie 17 den Verbandsführerlehrgang (6%) absolviert. Zum Jahresende verfügte die Butzbacher Feuerwehr über 93 taugliche Atemschutzgeräteträger, sowie 21 Träger ausgebildete Kräfte, die einen Chemiekalienschutzanzug tragen dürfen. Bei der Hessischen Feuerwehrleistungsübung belegte die Wettkampfgruppe der Feuerwehr Butzbach Platz 6.

Im Berichtszeitraum wurden die Einsatzkräfte zu 188 Einsätzen alarmiert. Hiervon wurde die Feuerwehr in 14 Fällen zu nachbarlicher Hilfe, außerhalb vom örtlichen Zuständigkeitsbereich, tätig. Übrigens: 38 sogenannte „Nebenberichte eigene Kommune“ sowie 15 Brandsicherheitsdienste wurden in der Gesamtsumme der Einsätze nicht berücksichtigt. Hätte man diese Zahlen noch dazu addiert, käme man auf 241 Einsätze. Die Einsätze 2019 gliederten sich in 75 Brände (39,9 %), 82 Hilfeleistungen (43,6%) und 31 Fehlalarme (16,5 %). Die hier aufgewendeten Gesamtpersonalstunden belaufen sich auf über 4500 Stunden. Die Feuerwehr der Stadt Butzbach führte im Berichtsjahr 21 Menschenrettungen durch bzw. waren unmittelbar an der Rettung beteiligt.

Im Bereich Hochbau wurden im Jahr 2019 durch das Fachgebiet 5.1 der Stadt Butzbach, bis auf Maibach, in allen Gerätehäusern Maßnahmen der baulichen Unterhaltung getätigt. Hierbei lagen die Ausgaben in Höhe von 966.124,67 Euro. Am Standort Kirch-Göns ist der Neubau in vollem Gange. Derzeit wird der Außenputz aufgetragen. Die Planungen im Stadtteil Ebersgöns zum dringenden Umbau scheinen zu stagnieren. Immerhin ist nach Gesprächen mit der Unfallkasse Hessen nach dem aktuellen Stand vorgesehen, dass die Spinde interimsweise außerhalb des Gebäudes in einem Container untergebracht werden sollen, so dass auf diese Weise hinreichend Platz für das mittlerweile beauftragte, neue TSF-W und zur Erfüllung der erforderlichen Verkehrswegebreiten geschaffen werden. Der Standort Griedel hat noch keinen „roten Punkt“, zählt aber seit der Indienststellung des neuen Löschgruppenfahrzeuges zu den Problemstandorten, da das Fahrzeug nicht mehr in die seitherige Halle passt. Hier sprach der Stadtbrandinspektor die Hoffnung aus, dass das gesteckte Ziel mit der Fertigstellung des Neubaus des Feuerwehrhauses gegenüber der Opti Wohnwelt zum 11. November 2021 erreicht wird.

Im Bereich der Bauunterhaltung gibt es weitere offene Baustellen, z.B. an den Standorten Nieder-Weisel und Maibach. In Hoch-Weisel beschäftigt der zunehmende Platzmangel die ehrenamtlichen Kräfte. Auch an der Weiterführung der Sanierung vom Feuerwehrhaus der Kernstadtwehr sind Gespräche mit dem Fachdienst 5.1 geführt.

Nach Angaben von Stadtjugendwart Benjamin Grießl zählte zum Jahresende die Jugendfeuerwehr 97 Mitglieder. An den 13 Feuerwehrstandorten verfügen 12 über eine Nachwuchsabteilung. An den Standorten werden die Jugendlichen im feuerwehrtechnischen Bereich auf den Dienst in der Einsatzabteilung vorbereitet.

Auch die Kindergruppe der Feuerwehr in der Stadt Butzbach konnte am Jahresende auf eine stattliche Zahl von 33 weiblichen und 52 männlichen Mitgliedern blicken. Diese insgesamt 85 Kinder im Alter von 6 – 10 Jahren werden an 9 Standorten zu Nachwuchsbrandschützern ausgebildet.

In seinem Bericht erwähnte Benjamin Grießl, dass im letzten Jahr erstmals der Leistungsnachweis in Form des Abzeichens „Tatze“ in den Stufen 1 – 3 durchgeführt wurde. Hierbei konnten die Kinder ihr feuerwehrtechnisches Wissen unter Beweis stellen. Diese Abnahme ist vergleichbar mit der Jugendflamme Stufe 1 – 3 der Jugendfeuerwehr. Insgesamt 27 Kinder konnten diese tolle Auszeichnung entgegennehmen.

Die Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Butzbach leisten 24 Stunden an jedem Tag im Jahr einen unermüdlichen, ehrenamtlichen, sozialen Dienst in der schnelllebigen Gesellschaft. Um diesen Dienst auch in der Zukunft aufrechterhalten zu können, wird in diesem Jahr noch ein Konzept zur Mitgliederwerbung bzw. Erhaltung ausgearbeitet werden. Ein weiterer Schritt wird die Etablierung einer Feuerwehr-AG für den Bereich Sekundarstufe I sein. Hierzu wurde eine Kooperation mit der Stadtschule geschlossen.

Für die Abteilung 2 „Aus – und Fortbildung“ informierte Benjamin Heinelt die Anwesenden. Diese Sachgebiete erstrecken sich z.B. vom Sachgebiet 2.1 (Führung) bis hin zum Sachgebiet 2.6 (Lehrgangsplanung). An Lehrgängen auf Kreisebene wurden 47 absolviert sowie an der Landesfeuerwehrschule wurden 43 Lehrgänge und Seminare besucht. Im Bereich der Truppmann Ausbildung Teil 2 arbeitet man mit den Nachbarkommunen Münzenberg und Rockenberg zusammen. In 2019 fanden insgesamt 8 Ausbildungsveranstaltungen statt, 4 Kameraden haben diesen Truppmann – Ausbildung Teil 2 erfolgreich beendet.

Aus der Abteilung „Planung und Vorbereitung“ informierte Christian Veitenhansl. So wurden im Sachgebiet 3.1 – Einsatzplanung viele neue Dinge angestoßen, die zum Teil erst in diesem Jahr zur Vollendung kamen, bzw. vollendet werden können.

Im Sachgebiet 3.2 – vorbeugender Brandschutz wurden mit der Brandschutzdienststelle des Wetteraukreises zahlreiche Gefahrenverhütungsschauen, Nachschauen und Abnahmen durchgeführt, bei denen die örtlich zuständigen Vertreter der Wehr einbezogen wurden.

In Sachen Brandsicherheitsdienste wurde mit der Branddirektion Frankfurt eine Matrix zur Beurteilung und Bemessung von Brandsicherheitsdiensten in baurechtlich genehmigten Versammlungsstätten entwickelt. Durch die Anwendung dieser Matrix konnten die Brandsicherheitsdienste im Stadtgebiet merklich verkleinert werden, als es in den Vorjahren der Fall war.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden im Stadtgebiet ca. 450 Kinder zum Thema Brandschutzerziehung – und aufklärung unterwiesen. Die Unterweisungen wurden an 2 Schulen mit 6 Klassen und 10 Kindergärten mit 11 Gruppen durchgeführt.

In der Führungsgruppe TEL / ELW, die Sachgebietsleitung 3.4 mit Chris Michel-Schaede und Alexander Weigel an der Spitze wirkten aufgrund der thematischen Nähe ausgiebig im Sachgebiet Einsatzplanung mit.

Beim 3. KatS-Löschzug Wetterau fanden im Berichtszeitraum 5 Veranstaltungen statt. Hier gebührte der Dank dem Zugführern Martin Geretschläger und Stefan Diehl für die Organisation und Leitung des Löschzuges.

Das Sachgebiet 3.6 – Presse und Medienarbeit war 2019 in mehreren Stadtteilen präsent, die die Stadtteile nahmen die Unterstützung vom Team PuMa gerne an. Das Team begleitet geplante Übungen und Veranstaltungen. Bei Einsätzen ab der Schwelle F 2 bzw. H2, sowie sonstigen „medienwirksamen Ereignissen“ war das Team PuMa vor Ort und informierte die Bevölkerung über die Webseite und den sozialen Kanälen. Zudem übernahm das Sachgebiet auch die Aufgabe vom Pressearchiv. Bedauert hat der Stadtbrandinspektor, dass der Stadtverwaltung seit einem Jahr ein Entwurf über eine Dienstanweisung zur dringenden Regelung der Bevölkerungsinformation und Medienarbeit vorliegt. Nur einem einmaligen Termin gegenwärtig auch hier Stagnation. Hier galt der Appell an den Rathauschef dieses Thema noch mal aufzugreifen und voranzutreiben.

In der Abteilung 4 sind die Sachgebiete Informationstechnik, Florix, Digitalfunk, Beschaffung sowie Elektrotechnik zu finden. An Beschaffungen 2019 waren dies:1 Tragkraftspritze Ziegler 10/1000 für das LF Hoch Weisel, Beschaffung und Abholung LF 10 für die Feuerwehr Griedel, Schlauchpakete für alle Löschfahrzeuge, Ausbau von 4 TSF – W bei der Firma Ziegler in Mühlau (Sachsen), deren Auslieferung im April diesen Jahres stattfand. Ausschreibung des letzten geplanten TSF-W im 4.Quartal 2019 sowie diverse Ausrüstungsgegenstände. In diesem Jahr sind geplant: Gerätewagen technische Hilfeleistung / Umwelt, Schmutzwasserpumpen und Ausrüstung zur Flächenbrandbekämpfung. Zuletzt das TSF – W für die Ebersgönser Wehr wird nicht von der Firma Ziegler, sondern von der Logiroll in Herbstein (Vogelsberg).

Thomas Bier informierte von der Abteilung „Musik“. Von einem erfolgreichen Jahr berichtete Thomas Bier für alle musiktreibenden Vereine. Angestrebt war der Auftritt beim diesjährigen Weinfest auf dem Butzbacher Marktplatz, aber Corona lässt es nicht zu. Man erhoffe sich, dass man dieses Event nächstes Jahr nachholen kann. Aufgrund der angespannten Personalsituation  in verschiedenen Orchestern ist das eine gute und sehr angenehme Art, spielfähig zu bleiben und sich auch musikalischen Aufgaben widmen zu können, die man als einzelner Verein alleine nicht stemmen kann, Die Zusammenarbeit und die freundschaftliche Atmosphäre über die Stadtteile hinaus ist der Schlüssel des Erfolges für die Zukunft sowie das Fundament für die Freunde am Hobby, dem Musizieren. Letztlich zeigte sich Thomas Bier erfreut, dass die Zusammenarbeit gut funktioniere.

Für den nicht anwesenden Sprecher der Ehren – und Altersabteilung, Dieter Binzer, verlas Andreas Litwin den Bericht. In den Feuerwehren mit diesen Abteilungen werden monatliche Treffen organisiert. Besucht wurde u.a. das Treffen der Ehren – und Altersabteilungen im Oktober in Gedern Mittel – Seemen. Das Team Hansemil war seinem Oldtimer an verschiedenen Terminen unterwegs. Gemeinsam mit dem Pohl Gönser Wotan (TLF 16) war man gemeinsam im Juli letzten Jahres in Utphe. Als Höhepunkt im Berichtsjahr war der Festzug und die Ausstellung zum 150.Geburtstag vom Kreisfeuerwehrverband Frankfurt, wo alle Fahrzeuge eingeladen waren, die ihren Dienst ehemals in Frankfurt versahen. Noch ein Highlight war das Abschlußtreffen der Freunde historischer Feuerwehrfahrzeuge zum 2. Mal in Butzbach.

In seiner Grußadresse ging Michael Merle auf die angesprochenen Dinge ein, welche u.a. von Stadtbrandinspektor Christian Veitenhansl ausführlich dargestellt wurden. Der Rathauschef blickte auch zurück auf das aufregende 1. Halbjahr 2020, u.a. mit dem Hochhausbrand im Degerfeld und dem Unwetter, bei dem es den Stadtteil Hoch-Weisel besonders traf.

Kreisbrandmeister Matthias Meffert stellte fest, dass seit Februar diesen Jahres erstmalig wieder eine solche gemeinsame Jahreshauptversammlung stattfindet, auch wenn im kleineren Rahmen. Gemeinsam mit dem Stadtbrandinspektor sowie Bürgermeister Merle nahm dieser Ehrungen vor für langjährige Verdienste in Sachen Brandschutz.

In der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Butzbach bekam Wolfgang Köhler von der gleichnamigen Firma MMT Wolfgang Köhler GmbH das Förderschild der Stadt Butzbach überreicht.

Für 40-jährigen aktiven Dienst erhielten neben Bernd Winter (Nieder-Weisel), Volker Pitzinger (Butzbach) und Michael Knecht (Maibach) das Brandschutzehrenzeichen am Bande in Gold. Detlef Jung (Ostheim) erhielt das Brandschutzehrenzeichen am Bande in Gold für 50 Jahre (Sonderstufe). Die goldene Ehrennadel nahm Norbert Schwenz (Bodenrod) entgegen. Das bronzene Brandschutzverdienstzeichen am Bande erhielt Uwe Holländer (Butzbach). Stadtjugendwart Benjamin Grießl erhielt für seine ehrenamtliche Arbeit die silberne Floriansmedaille der Hessischen Jugendfeuerwehr. Wegen verdienstvoller Arbeit um die Kinderfeuerwehr nahm Katja Zörb (Ebersgöns) die Kinderfeuerwehrmedaille in Gold vom Landesfeuerwehrverband Hessen entgegen.

Anerkennungsprämien für 10 Jahre aktive Mitgliedschaft gingen an Nico Althenn (Ebersgöns), Andrea Bergens, Friedemann Nass (beide Butzbach), Dennis Grimm, Simon Nass (beide Bodenrod), Florian Ilge, Danny Lauer, Niclas Nern, Henrik Nitsche (alle Kirch-Göns), Nicole Frey (Pohl-Göns), Jan Winter (Nieder-Weisel), Felix Scheppler (Hoch-Weisel) und Markus Haub (Hausen-Oes). Für 20 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden Prämien an Stefan Sohn (Butzbach), Benjamin Heinelt (Griedel), Axel Zuber (Maibach) und Patrick Spieß (Münster) ausgegeben. Für 30 Jahre: Stefan Diehl (Hoch-Weisel) und Alexander Heinz (Nieder-Weisel). Für 40 Jahre: Dietmar Schmukat (Bodenrod), Bernhard Möckel (Butzbach), Jochen Gubitz , Michael Knecht (beide Maibach), Daniel Ernst, Roland Langer (beide Münster), Thomas Marx I, Rolf Matthäus, Bernd Winter (alle Nieder-Weisel) sowie Joachim Zörb (Pohl-Göns). Diese Prämien / Urkunden wurden über die jeweiligen Wehrführer bereits ausgegeben.