DB- Ausbildungszug Gefahrgut

Am vergangenen Mittwoch machten sich 7 Kameraden/innen der Kernstadtwehr auf den Weg nach Frankfurt/M. – Höchst, wo an diesem Tag der Gefahrstoff- Ausbildungszug der Deutschen Bahn/ Notfalltechnik Halt machte. Ebenfalls an dieser Veranstaltung nahmen einige Kameraden der FFW Bad Nauheim teil.

Los ging es im Unterrichtswagen. Nach der Begrüßung erläuterte der zuständige Leiter des Ausbildungszuges zunächst Fakten rund um den Transport von Gefahrstoffen, sowohl auf dem Land- als auch auf dem Schienenweg.

Während auf deutschen Straßen rund die Hälfte der jährlich ca. 300 Mio. Tonnen Gefahrgut in Deutschland transportiert werden, wird die andere Hälfte auf Schiene, Binnenschifffahrt und den Flugverkehr verteilt.

Trotz optimierten Transportbehältnissen und Einhaltung aller Vorschriften können Unfälle passieren. Unabhängig von technischem oder menschlichem Versagen, können die Auswirkungen eines Gefahrstoffunfalls verheerend sein. Anschauliche Videos verdeutlichten, welche gefährlichen Situationen in einem solchen Fall entstehen können und erklären, warum es gerade bei diesen Einsätzen für die Feuerwehr strikt, einmal mehr, um die Einhaltung von Einsatzregeln geht, wie zum Beispiel Sicherheitsabstände, Sicherungsmaßnahmen, evtl. Evakuierungen oder ähnliches.

Dann ging es raus, an die Ausbildungswaggons. Hier waren die speziellen Kennzeichnungen der Kesselwagen zu sehen, welche dem Einsatzleiter vor Ort genau sagen, um welchen Inhalt es sich handelt. So zeigt ein etwa in der Mitte rundumlaufender, orangefarbener, ca. 30 cm hoher Streifen, dass es sich bei diesem Waggon um einen sogenannten „Druckkesselwagen“ handelt. Eine weitere wichtige Information stellt das „Anschriftenfeld“ dar. Hier finden sich, gut lesbar, wichtige Daten wie Nummer des Kesselwagens, aber auch die von der Straße bekannte „orangefarbene Gefahrentafel“, die in der oberen Hälfte die Gefahrgutklasse und in der unteren Hälfte die „UN-Nummer“, welche den Stoff kennzeichnet, anzeigt.

Der begehbare Kesselwagen zeigt das „Innenleben“, mit den verschiedenen Öffnungen, Ventilen und Armaturen. Man konnte Öffnungsmechanismen und eventuelle Ursachen für Undichtigkeiten in Augenschein nehmen. Weiter wurden die Be- und Entladevarianten erklärt und ein klares „DO und DON’T“ bei Gefahrstoffaustritt erläutert.

Der Ausbildungsleiter erklärte alle Zu- und Abgänge rund um den Kesselwagen, wo sowohl hydraulische, als auch mechanische Öffnungen vorhanden sind. Es wurden mögliche Ursachen für Gefahrstoffaustritt benannt und entsprechendes Vorgehen, aber auch Unterlassen angesprochen. Die Sicherung gegen Wegrollen eines Waggons wurde ebenso gezeigt, wie auch die Gefahrenpunkte die sich am Kesselwagen befinden, hier speziell die scharfen Kanten, welche im Einsatzfall den Chemieschutzanzug einreißen und somit eine Kontamination der Einsatzkraft nach sich ziehen könnte.

Im März folgen noch zwei solcher Ausbildungsveranstaltungen für die Einsatzkräfte der FF Butzbach, die dann in Hanau stattfinden werden.

Alles in allem war es ein gelungener Ausbildungsnachmittag, der alle Teilnehmern mit wichtigem Wissen bereicherte und auch für kommende Gefahrguteinsätze sensibilisierte.

 

 

Text und Bilder: FF Butzbach + Rüdiger Schimpf