Brennen und Löschen für Butzbacher Jugendfeuerwehren

Am letzten Samstag gab es eine besondere Lehrstunde außerhalb der regulären Übungsstunden für die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Butzbach aus allen Stadtteilen.

Dieter Nicolai, Kreisausbilder im Wetteraukreis und immer willkommener Gast bei den Feuerwehren im Umkreis, nahm sich den Vormittag Zeit und konnte erneut mit etlichen Knall- und Feuerversuchen Begeisterung auslösen.

Mitgebracht hatte er wieder seine Rollwagen, wo er alle möglichen Utensilien für die interessanten Versuche bereit hat.

Auch dabei hatte er das „Staubexplosionshaus“ und das „BenzindämpfesindschwereralsLuft-Beweis-Rohr“. Auch die obligatorische Fettexplosion fehlte nicht.

Mit den rund 25 „Zuschauer“ klärte Dieter zunächst, was es braucht, um einen Gegenstand zum Brennen zu bringen. Dann ging es direkt weiter mit den einzelnen Brandklassen.

Zu jeder Brandklasse hatte Dieter ein Beispiel parat. Los ging es mit Brandklasse A- feste brennbare Stoffe. Hier der Klassiker, ein Stück Holz. Brände dieser Klasse sind einfach mit Wasser zu löschen.

Zur Brandklasse B, den flüssigen brennbaren Stoffen, hatte Dieter Feuerzeugbenzin entzündet. Dass man diese Brände besser nicht mit Wasser löscht, bewies er auch hier eindrucksvoll. Ein Spritzer Wasser ergab eine Stichflamme. Dieters Schaumlöscher erfüllte seinen Zweck und löschte das Feuer.

Gase gehören zur Brandklasse C. Hier hatte er Propangas im Gepäck. Idealerweise ist das „Stoppen der Gaszufuhr“ bereits ausreichend, um das Feuer zum Erlöschen zu bringen. Denn fehlt der brennbare Stoff, in diesem Fall das Gas, welches NICHT mehr zugeführt wird, erlischt das Feuer. ABC/ BC- Löschpulver sind ebenfalls geeignet.

„D“ ist die Brandklasse, in der Metalle zugeordnet sind. Metall verbrennt bei hohen Temperaturen, meist glühend ohne Flamme, deshalb ist Wasser als Löschmittel ungeeignet, da durch das schlagartig verdampfende Wasser zusätzliche Gefahren entstehen. Das Löschmittel, welches hier eingesetzt wird, ist Löschpulver, oder trockener (!) Sand. Auch hier wurde durch Dieter gezeigt, was passiert, wenn man zur falschen Löschmethode greift: in einer Stichflamme verteilte sich das Magnesiumpulver und hätte im Ernstfall sehr gefährlich werden können.

Die letzte Brandklasse ist „F“ und betrifft Fette und Speiseöle. Schnell ist das Fett in der Pfanne auf dem eingeschalteten Herd vergessen und erhitzt sich so stark, dass es sich selbst entzündet. Schüttet man nun „reflexartig“ ein Glas Wasser darüber, wird es fatal: das Wasser verdampft schlagartig (1 Liter Wasser ergibt ca. 1600 Liter  Wasserdampf) und das immer noch brennende Fett verteilt sich ebenso schlagartig in der Umgebung. Auch diesen Versuch führte Dieter sehenswert durch.

Zum Schluss kam das selbst gebaute Holzhäuschen zum Einsatz. Mit einer Tür und einem großen Sichtfenster ausgestattet, stellte Dieter zunächst ein Schälchen mit Pulver und ein Kerze in das kleine Gebäude. Auf der Rückseite des Hauses hat er ein Rohr eingebaut, durch das er nun Luft aus sicherer Entfernung auf das Pulver pustete und somit den Pulverstaub in dem Haus verteilte. Schlagartig kam es zur Explosion und die Tür flog beachtlich weit weg.

Am Ende bedankten sich die Kids und Jugendlichen aus Pohl Göns, Kirch Göns, Ostheim und der Kernstadt bei Dieter Nicolai für diesen interessanten und lehrreichen Vormittag.