Berufsfeuerwehr Frankfurt überzeugte…

…am vergangenen Samstag die Nachwuchsbrandschützer der FFW Butzbach- Kernstadt.

Der pensionierte Berufsfeuerwehrmann und während seiner aktiven Zeit ehrenamtlich in der Kernstadt-Wehr tätige Wolfgang Bergens lud die Jugendlichen nach Frankfurt/ M. auf die Wache 1, dem „BKRZ“ (Brandschutz- Katastrophen- Rettungsdienstzentrum) ein.

Pünktlich, in Jugendfeuerwehrkleidung und reichlich aufgeregt fuhr die Mannschaft am Stützpunkt in Butzbach los und war -gefühlt endlose- 40 Minuten Fahrt endlich in der Feuerwehrstraße 1 angekommen.

Hier begrüßte Wolfgang die Jugendlichen und zeigte ihnen in der Eingangshalle anhand eines Modells die gesamte Wache und deren Areal. Ein paar statistische Informationen ließen die Münder einiger Kids offen, so hat die (gesamte) Feuerwehr in Frankfurt am Tag (!!!) rund 33 Einsätze. Zum Vergleich: diese Anzahl an Alarmen hat die Butzbacher Kernstadtwehr etwa in einem Viertel Jahr.

Weiter ging es zum „Herzstück“ der Wache: die Leitstelle und den Stabsraum. In der Leitstelle konnte man sehen, wie die eingehenden Notrufe bearbeitet werden. Wolfgang erläuterte, wer wann alarmiert wird, wie entschieden wird, welche Einsatzfahrzeuge ausrücken oder auch, ob der Rettungswagen oder sogar Rettungshubschrauber „Christoph 2“ benötigt wird.

Der Stabsraum versprühte schon eine gewisse Ernsthaftigkeit- riesen Bildschirme, zig Computer, Tafeln mit Karten und etlichen taktischen Zeichen. Dass man von hier aus auch ohne Probleme „einen Einsatz in Berlin oder sonstigen Großstadt leiten könnte“, beeindruckte alle.

Nächster Halt war die Ausbildungshalle, wo den Berufsfeuerwehrleuten alles zur Verfügung steht, das sie zur Ausbildung eines kompetenten Helfers brauchen. Und schließlich kommt es den Menschen zu Gute: je besser die Brandschützer ausgebildet sind, desto besser können sie helfen- dies gilt auch für die Butzbacher Wehr: stets engagiert, den Ehrenamtlern jeden Alters die bestmöglichste Ausbildung zukommen zu lassen.

Auf dem Weg zum „FRCT“ (Feuerwehr- und RettungsTrainingsCenter) konnten die bisher gehörten Fakten „verdaut“ werden, ehe man in der Atemschutzstecke angekommen war.

Hier standen die Nachwuchsbrandschützer vor einem Labyrinth- ähnlichen Gitterbox Parcours und bekamen eine Ahnung, dass bei der Berufsfeuerwehr extremere Situationen geübt werden. Luken, Röhren, Türen, enge Durchgänge- das alles findet man dort und während der Übung ist der Raum komplett vernebelt und Wärmestrahler sorgen für das Simulieren der Hitze während eines Brandes.

Fasziniert von der Atemschutzstrecke ging es weiter in die große Übungshalle. Hier gibt es alles, was man in jeder beliebigen  Stadt finden könnte: einen Einkaufsladen, eine Lagerhalle, mehrere Wohnhäuser und detailgetreu dürfen auch Briefkasten und Zigarettenautomat an der Hauswand nicht fehlen.

In der Halle sind fast alle Szenarien herstellbar, die einen Einsatz nötig machen. An den Fenstern konnte man sehen, dass dort schon einige Feuer „gewütet“ hatten. Der Oberflurhydrant neben dem Lagerhaus kann für Löschübungen benutzt werden. Das Dach des Einkaufsmarktes ist verstellbar in der Neigung, sodass auch das Retten von einem Dach auf mehrere Möglichkeiten hin beübt werden kann. Auch „Anleitern“ ist möglich, das bedeutet, dass eine tragbare Leite an ein Fenster/ Balkon „angeleitert“ wird, um Menschen zu retten, oder auch als zweiten Rückzugsweg für Einsatzkräfte. Eine Drehleiter „DLK 23/12“, wie sie auch im Butzbacher Fuhrpark zu finden ist, kann in dieser Halle vollends ausgefahren werden. Das sind immerhin 23 Meter Nennrettungshöhe!

Straßenbahnschienen sind im Boden eingelassen, man kann beispielsweise einen Straßenbahnwagon und einen PKW kollidieren lassen und dann die Technische Hilfeleistung mitten auf einer Straße üben, ein durchaus denkbares, realistisches Lagebild in Frankfurt mit seinem U- und S- und Straßenbahnnetz.

Einmal bei den Schienen angelangt, verfolgten die Jugendlichen diese bis zum ebenfalls sehr authentischen S- Bahnhof. Vor dem Gebäude erklärte Wolfgang die Gefahren von Strom allgemein und Oberleitungen im speziellen.

Dann ging es in den wirklich original anmutenden S- Bahnhof. Hier steht eine S-Bahn, welche von der „VGF“ Frankfurter Verkehrsgesellschaft der Berufsfeuerwehr zur optimalen Ausbildung bereit gestellt hat. Es gibt Fahrpläne an der Wand, Bänke und auch Treppen wo am oberen Ende sogar ein Fahrkartenautomat zu finden ist.

Eine Bahn anheben, sich in einer verrauchten, unterirdischen Umgebung zurechtzufinden aber auch arbeiten im engen S- Bahn Wagon- machbar ist vieles.

Zum Schluss ging es noch in die Fahrzeughalle. In „Tagesleuchtfarbe“ präsentierten sich die Fahrzeuge und man konnte sehen, dass sich die Beladung der Fahrzeuge aus Frankfurt nicht wesentlich zu denen in Butzbach unterscheiden. Lediglich die Besatzung variiert. Ist in Butzbach das „HLF – Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug“ eines mit Gruppenbesatzung, also 9 Mann, so ist ein HLF in Frankfurt „nur“ mit einer Staffel (6 Mann) besetzt.

Das G-TLF 10000 (Großtanklöschfahrzeug, 10000 Liter Wasser/ 1500 L Schaum) machte ordentlich was her, doch würde es nicht in die Butzbacher Fahrzeughalle passen, so die Meinung der JFW’ler. 10000 Liter Wasser sind doch schon mal eine Menge! Auch der Rüstwagen „Schiene“, der zum einen Schiebetüren hat (im Tunnel gehen übliche Türen aus Platzmangel kaum auf) und zum anderen neben dem normalen, mit Rädern, auch ein Schienenfahrwerk hat und somit in einen U-/ S- Bahntunnel auf Schienen weiterfahren kann war was ganz besonderes. Dieser ist einer von zwei „RW-Schiene“ in FFM. Hier hat ebenfalls die VGF die Kosten übernommen.

Last but not least wurde das obligatorische Teamfoto gemacht, bevor sich die Truppe hungrig auf den Weg nach Butzbach machte und nach einem Zwischenstopp (zwecks Nahrungsnachschub) müde, aber glücklich und etwas schlauer am Stützpunkt ankam.

Die Jugendfeuerwehr Butzbach bedankt sich herzlich bei Wolfgang Bergens, der diesen Tag so interessant gestaltet hat. Seine Anekdoten waren lustig, lehrreich und spannend und sein Wissen imponierte allen sehr.

 

 

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