Mrz 20

Ausbilder Nicolai lässt es krachen!

Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Am vergangenen Freitag stand für die Teilnehmer des ersten Grundlehrganges in 2017, der zur Zeit in Butzbach stattfindet, das Thema „Brennen und Löschen“ auf dem Unterrichtsplan.

Hierzu hatte Ausbilder Dieter Nicolai ein ganzes Arsenal an Materialien mitgebracht. Der Rollwagen und die Kisten voller brennbarer Stoffe, Gase und Flüssigkeiten versprachen einen interessanten Abend.

„Das lockert die Theorie gewaltig auf und das Gesagte bleibt eindrucksvoll in den Köpfen“, so Nicolai. Und tatsächlich waren am Ende der Lehrstunde alle begeistert von der „aufgepeppten“ Einheit.

Ganz ohne Theorie ging es aber nicht und deshalb startete Nicolai mit den verschiedenen Brandklassen, deren Voraussetzungen und auch Erscheinungsbilder. Die dazugehörigen Löschmethoden, die der Feuerwehr zur Verfügung stehen, wurden besprochen.

Brandklasse A, „Feste, brennbare Stoffe“, stellte Dieter Nicolai mit dem „Klassiker“, einem Holzstück dar.

Bei der Brandklasse B, „Flüssige und flüssig werdende Stoffe“ kam die Kerze auf den Tisch, die zwar erst mal „fest“ ist, aber in Verbindung mit Wärme flüssig wird.

Die Brandklasse C, in der es sich um Gase handelt, stellt bei der Feuerwehr immer wieder unter Umständen eine Herausforderung dar.

Um Metallbrände geht es in der Brandlasse D, die gewisse Besonderheiten hat, da Metallbrände heftig in Verbindung mit Wasser reagieren.

So auch die Brandklasse F, „Fettbrände“, hier zu nennen die typische Situation, Fett in der Fritteuse brennt und dann der immer wieder gemachte, fatale Fehler: sie wird versucht mit Wasser zu löschen.

In den Versuchen zu jeder Brandklasse wurde deutlich, welche Auswirkungen die Wahl die falschen Löschmittels hat.

Den „Knaller“ des Abends gab es -ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes- sicher bei der Demonstration für die Voraussetzungen einer Explosion.

Anhand dreier verschiedener Luftballons veranschaulichte Dieter Nicolai die Auswirkungen des Stoffgemischs in einer Umgebung.

Im sogenannten „UEG -unteren Explosionsbereich“ ist das Verhältnis von Sauerstoff und dem explosionsfähigem Stoff zu mager, was bedeutet, dass es zu keiner Explosion kommt, da der Sauerstoffanteil zu hoch ist.

Dieser Ballon platze im Versuch ohne weitere Auswirkungen oder besondere Merkmale.

Im Gegenzug dazu ist im „OEG -oberen Explosionsbereich“ das Verhältnis von Sauerstoff und explosionsfähigem Stoff zu fett, heißt: es ist zu viel des explosionsfähigen Stoffes in der Luft, um zu explodieren. Lediglich wird der Stoff verbrannt, der sich in dem Raum befindet. Hierbei bildet sich dicker schwarzer Rauch, der flockig zu Boden fällt.

Dieser, deutlich kleiner als der erste, Ballon zerplatze ebenfalls- diesmal in einem Flammenball der sich dann in dicken, schwarzen Rauch auflöste, welcher dann flockig im Unterrichtsraum niederging. Das ist in der Slowmotion im Video unten zu sehen.

In dem Bereich zwischen der „UEG“ und „OEG“ befindet sich der sogenannte Explosionsbereich. In diesem Bereich ist das Verhältnis Sauerstoff/ explosionsfähiger Stoff ideal, das bedeutet eine Zündquelle kann das Gemisch zum Explodieren bringen.

Hierzu hatte Dieter Nicolai einen noch kleineren, aber mit Acetylen gefüllten Ballon vorbereitet, bevor er sich selbst Ohrenstöpsel in die Ohren schob und die Lehrgangsteilnehmer auf den extrem lauten Knall – den einer Explosion eben- vorwarnte.

Der Knall war gewaltig! Obwohl es nur ein kleiner Ballon und es auch somit eine kleine Menge an Acetylen war, konnte sich doch jeder im Raum (und auch die 2 Kameraden, die nebenan für das leibliche Wohl der Teilnehmer sorgten) bildlich und akkutisch vorstellen, was es in der Realität bedeutet, wenn z.B. eine ganze Flasche Acetylen explodiert.

Auch die Löschmethoden führte Nicolai anschaulich vor, hier hatte er Löschpulver, Wasser und ein eigens entworfenes „Flaschen- Schaumrohr“ dabei. Ebenso ein spezielles Fettbrandlöschmittel hatte er im Gepäck.

Dieser Unterricht war sehr spannend und ging schnell vorbei. Den einen oder anderen Versuch hätten die Brandschützer gerne noch einmal gesehen. Doch schließlich musste Dieter Nicolai noch ein paar „Spuren“ beseitigen, die die Versuche hinterlassen hatten.